100 Jahre 'Maria Hilf' in Setterich
von H.Jaeger und H.J.Keutmann
Gedenken an die Barmherzigen Schwestern von der hl. Elisabeth und die Geschwister Offermanns als Stifter des Klostervermögens
Im September 1901 schlossen der Kirchenvorstand und der Elisabeterinnen-Orden
in Essen einen Vertrag über die Klostergründung, so dass bereits am
5. Mai 1902 die ersten drei Schwestern vom Küster Johann Meurer am Geilenkirchener
Bahnhof abgeholt werden konnten, um ihren Dienst im Kloster "Maria Hilf"
anzutreten.
Kloster 'Maria Hilf' Schmiedstraße
Dank der sachkundigen wie aufopfernden Tätigkeit der Ordensschwestern
gedieh das Kloster gut und bevölkerte sich rasch mit Alten und Pflegebedürftigen.
Die ambulante Krankenpflege, zu der die Schwestern mit dem Rad bis in die Orte
der Umgebung fuhren, sowie die Nähschule rundeten das Bild des segensreichen
wie praktischen Wirkens der Ordensschwestern ab. Aus Anlass des feierlich begangenen
25-jährigen Bestehens.
Am 31. Mai 1927 erwarb das Kloster eine Statue der hl. Elisabeth, die ihren Platz über der Klosterpforte fand.
Eine Gedenktafel zu Ehren der Geschwister Offermanns zeugte neben der Klosterpforte
von der großartigen Stiftung.
Im Jahre 1936 eröffneten die Schwestern zudem eine Wöchnerinnenstation, die bis ins Jahr 1968 jährlich bis zu 200 Geburten verzeichnete.
Nach 80 Jahren hingebungsvollem Dienst an den Menschen Setterichs und seiner
Umgebung rief das Mutterhaus in Essen 1982 die letzten vier Altgedienten Ordensfrauen,
Oberin Sr. Edith (76), Sr. Cesla ( 82), Sr. Isidora (78) und Sr. Theonilla (76)
zurück und übergab den Betrieb des Altenheims in die Hände der
Pfarre.
Die Statue vor der Restaurierung
Schon am 30. März 1985 konnte auf dem Gelände der Alten Burg ein neuzeitliches Wohn- und Pflegeheim bezogen werden.
Der Name "Maria Hilf" wurde jedoch beibehalten, um die Kontinuität
zum alten Nonnen-Kloster zu betonen.
Das alte Klostergebäude wurde in private Hände verkauft. Die Elisabeth-Statue und die Ge-denktafel baute der Haus-meister des Klosters
ab und lagerte sie ein.
Das nicht mehr vorhandene Wetterschutzhäuschen sowie der durch Witterung
und Schädlingsbefall stark beschä-digte Fuß der Holzfigur verhinderten
eine Wiederaufstellung.
Hierauf wurde der Vorsitzende des Geschichtsvereins Setterich aufmerksam gemacht.
Er kümmerte sich fortan in Abstimmung mit dem Leiter des neuen Hauses,
dem Kirchenvorstand und dem Dechant um die Wiederherstellung und Aufstellung.
Zunächst sichtete man alte Fotos, um das Originalbild von Sockel und Wetterschutz-häuschen zu klären. Die Abbeiz- und späteren
Anstricharbeiten übernahm seitens des Geschichtsvereins Heinz-Josef Keutmann, der nicht nur Vorsitzender des Vereins sondern hierfür
von Berufs wegen qualifiziert ist.
Auf der Suche nach einem sachkundigen Restaurateur stieß der Geschichtsverein
auf den Lovericher Schreinermeister und Schnitzer Hans Bürschgens.
Die Tafel nach Fertigstellung
Nach Entfernen der schädlingsbefallenen Stellen konnte er mit viel Hinwendung
der aus Linde geschnitzten Holzfigur eine neue Fuß- und Sockel-partie
geben.
Das von ihm ebenfalls erstellte Wetterschutzhaus, das zusätzlich eine
Kupferverkleidung am Dach erhielt, verleiht der Figur wieder einen würdevollen
Rahmen.
Die Gedenktafel zu Ehren der Geschwister Offermanns, eine in Quarzmarmor geschlagene
Schriftplatte, fand in der Fa Stein Frechen ebenfalls einen qualifizierten Restaurator.
Die Statue nach der Restaurierung
Nun ist es so weit dass die Statue der hl. Elisabeth und die Gedenktafel
für die Geschwister Offermanns zur Bezeugung der Dankbarkeit der Settericher
gegenüber den Stiftern und den Ordensschwestern wieder ihren Platz in der
Öffentlichkeit finden: die Aufstellung beider durch den Geschichtsverein
und die Einsegnung durch Herrn Dechant Strerath finden am Sonntag,
den 15. Sept. 2002 nach der 10.30 Uhr Messe im Rahmen des Pfarrfestes im Burgtor
des Wohn- und Pflegeheimes statt.
Zu diesem Festakt lädt der Festausschuss der Pfarre St. Andreas Setterich
und der Geschichtsverein Setterich recht herzlich ein.