Burg in Baesweiler
Johann von Baesweiler
verkauft 1369 Holzrecht an die Kommende in Siersdorf
von Hans Kunnes, Baesweiler
Johan, Sohn des verstorbenen Johann van Baestwylre
(Baesweiler), verkauft den Deutschen Herren des Hauses Siersdorf erblich das
Recht, im Baesweiler Busch jährlich 50 Heister Holz zu schlagen, und bittet
als Bürgen mitzusiegeln Herrn Bruken van Husen, Ritter, Johan des verstorbenen
Winrichs, Sohn van Boestwylre, Adam und Brucken, Gebrüder van Husen, Knappen,
denen er die Schadloshaltung wegen ihrer Bürgschaft verspricht.
Auszug aus der Urkunde: „Ich Johan walne soen Johans van Boestwylre wopenture doen cont allen luden die
diesen brief soelen sien of horen, dat ich wettelyc ende wael sonder eyniche arghelyst vercocht haen, eersamen,
ende geysteliken luden den duytsschen heren des huys van Zeerstorp... alle jaer vyftych heysteren holts in
Boestwylres bossche...Zo hebben wir ons sighele aen diesen brief ghehanghen, ghegheven in den jaer ons Heren
dusent driehondert sestich ende neghen, des sondachs voer palme daech."
Auswertung der Urkunde:
Ich Johann, weiland (nachgelasssener) Sohn Johanns von Baesweiler, Knappe, gebe allen Leuten kund, die
diesen Brief sehen oder hören werden, daß ich gesetzlich und wirklich, ohne irgendwelche Hinterlist, den
ehrsamen und geistlichen Leuten, den Deutschen Herren des Hauses Siersdorf, die es jetzt zur Zeit sind oder
nachmals sein werden, zu Händen des vorgenannten Hauses (das Recht) verkauft habe, jährlich 50 Heister Holz
erblich und allezeit zu schlagen, wie das im Baesweiler Busch Gewohnheit ist, und das nämlich für eine
bestimmte Summe Geldes, die mir wohl gesetzlich bezahlt worden ist, von den genannten Herren und mir zur
Verfügung gestellt wurde, und welche Summe Geldes ich den Vorgenannten allemal quittiere und sie davon
freispreche durch diesen öffentlichen Brief. Und um den vorgenannten Herren umso mehr Beständigkeit wegen
der genannten Heistern Holz, wie oben beschrieben, zu bieten, und ich auch wirklich gesetzlich aus deren Besitz
ausgeschieden bin für immer, und Darpenen (Einwohner?) des Dorfs Baesweiler, so setze ich und bitte die
ehrsamen und bescheidenen Leute, Herrn Broich von Husen, Ritter, Johann, Sohn weiland Winrichs von
Baesweiler, sowie die Gebrüder Adam und Broich von Husen, daß sie, und ein jeder von ihnen für alle, Bürgen
bleiben und sich und ihre Güter für mich als Sicherheit stellen möchten usw.
Zu den Vertragsparteien:
Johann von Baesweiler hinterläßt vor 1377 den Bürgen und Brüdern Bruche und Adam von Husen nach An-gaben des Barons Carl Arnold von Broich im Amtsblatt vom 26.08.1994 ihr lehnrühriges Gut in Baesweiler. Die
Husens nannten sich nach dem inzwischen abgebaggerten Gut Hausen bei Eschweiler.
Die Deutsch-Ordens-Kommende in Siersdorf erwirbt mit der hier abgebildeten Urkunde von 1369 das Recht, im
Baesweiler Busch Holz zu schlagen. Dieses Recht hatte sie noch im Jahre 1585 inne nach dem im Stadtinfo
vom
24.10.1997 veröffentlichten Vermögenserzeichnis: „Buschgerechtigkeit im Baestweiler Busch"
Quellen: Urkunde vom 18. März 1369 Hauptstaatsarchiv Düsseldorf,
D.O.B. Altenbiesen, Kommende Siersdorf Nr. 62,
Transkription: Baron Carl Arnold von Broich, Schloß Broich, Montzen/Belgien,
Abbildung: Burg in Baesweiler von 1726, gelegen in der Vogtei Aldenhoven,
Herzogtum Jülich, Zeichnung von Renir Roidkin, aus der Fotosammlung Christian
Führen, Baesweiler, Amtsblatt vom 26.08.1994, Gemeinschaftsartikel von
Kurt Faßbinder und dem Freiherrn und Baron Carl Arnold von Broich, Montzen/Belgien
über die Wappen der Adelsfamilien in Baesweiler.