Baesweilers Zechengelände einst und jetzt
"Der Zauber der schwarzen Berge" überzeugte
beim Wettbewerb
Die Stadt Baesweiler hat in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer NRW auf
der Grundlage der "Regeln für Architektenwettbewerbe" den städtebaulichen,
freiraum- und landschaftsplanerischen Wettbewerb "Ehemalige Zeche Carl-Alexander
in Baesweiler" ausgelobt.
Hierzu wurde im Vorfeld eine Landesförderung beantragt, welche seitens der
Bezirksregierung Köln insbesondere wegen des Pilotcharakters für die Region
Aachen gewährt wurde.
Am 19.10.2002 fand die Preisgerichtssitzung statt und am 14.11.2002 die
Preisverleihung.
Insgesamt haben 15 Arbeitsgemeinschaften an dem Wettbewerb teilgenommen.
Gegenstand des Wettbewerbs war die Erarbeitung eines städtebaulichen, freiraum-
und landschaftsplanerischen Entwurfes für das gesamte ehemalige Zechengelände
Carl-Alexander.
Der 1. Preis ging an die "AG Städteplaner PASD Helmut Feldmeier und Jürgen
Wrede aus Hagen" gemeinsam mit den "Landschaftsarchitekten Peter Davids, Friedhelm
Terfrüchte und Partner" aus Essen".
Das ehemalige Zechengelände Carl-Alexander
Das Projekt "Carl-Alexander", das in die EuRegionale 2008 eingebunden werden
soll, ist eines der ersten konkreten Projekte. Leitender Ministerialdirigent
Collinet machte bei der Preisverleihung deutlich, dass Baesweiler einmal mehr
Akzente gesetz hätte und betonte: "So kennen wir Sie!"
Leitidee des Gewinner-Entwurfs ist das Grenzen verbindende Element des
Wurmtals. Das Wurmtal verknüpft als natur-, kultur- und wasserbezogener
Erholungsraum die Niederlande und Deutschland.
Den Naturraum des Wurmtales als Rückgrat ausbildend, erstrecken sich
Seitenarme in die von Menschen geformten Kulturräume und finden ihren
Endpunkt in jeweils einer der zahlreichen Halden und damit in den von Menschen
geschaffenen Landschaftselementen der "schwarzen Berge".
Die einzig größere zusammenhängende Waldfläche im Stadtgebiet Baesweiler und
der über Jahre der "Nichtnutzung" an zahlreichen Stellen entstandene
Biotopcharakter sollen gestärkt werden. Gleichzeitig soll durch ein
Panoramaplateau der reizvolle Blickbezug auf die anderen Halden geöffnet
werden.
Haldenkörper:
Über gewundene Wege, die auf dünnen Stelzen aufliegen, kaum den Untergrund
berührend und dem Fußgänger den Zugang zu schützenswerten Biotopen
verweigernd, soll der Besucher den Berg hinauf steigen. Ständig eröffnen sich
neue Blickrichtungen. Am Hochpunkt angekommen, gelangt man auf
schnurgeradem Weg, der bereits seitliche Panoramablicke ermöglicht, zum
Aussichtsplateau. Die hier als Mulde auszuformende Plateaufläche eröffnet Blicke
ins Umland. Sie stellt einen Ort des Verweilens, der Ruhe, des Schauens dar.
Mit einfachen Mitteln soll hier eine den Belangen des Biotopschutzes Rechnung
tragende Erholungsfunktion geschaffen werden.
Haldenvorgelände:
Der Wald soll weiterhin als Gestaltungselement gestärkt werden. In den teilweise
vorhandenen Lichtungen sollen projektierte Gebäude behutsam mit dem Boden
umgehen und Pavillons auf Stützen stehend sich vom Untergrund abheben. Die
städtebauliche Idee der waldumgebenen organischen Baufelder und deren
Insellage soll von einem linienförmigen geometrischen Wegenetz durchzogen
werden.
Funktional wird als Nutzung des Geländes ein European Life Science Center mit
unterschiedlichen Angeboten wie Seminaren, Ausstellungen, Hotel, Gastronomie
etc. vorgeschlagen. Das städtebauliche Grundgerüst lässt allerdings ebenso andere
Nutzungskonzepte zu.
So wird der für die Baesweiler Bevölkerung im Vordergrund stehende
Aspekt der Naherholung mit vielfältigen Möglichkeiten (Wandern, Rad
fahren, sportliche und spielerische Betätigungen) bei den nun anstehenden
Planungsstufen zu berücksichtigen sein.
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