Altkleider-Flut in Corona-Zeiten

Nachfrage und Märkte für Verwertung sind eingebrochen

Zu viele ausrangierte Kleidungsstücke

Viele haben die Zeit der Corona-Krise genutzt, um Platz im Kleiderschrank zu schaffen, auszusortieren und nur noch Lieblingsteile hängen zu lassen, um anschließend den Rest zu spenden. Doch es gibt zurzeit ein Problem: Das Ausrangieren führte zu einer regelrechten Altkleiderflut. Mittlerweile quellen überall die Altkleider-Container über. Auch die Second-Hand-Läden waren bis vor kurzem geschlossen und damit die Nachfrage unterbrochen. Die Verwerter senden Hilferufe, weil die Lager übervoll sind und die ausrangierten Altkleider, die sonst in Osteuropa oder in afrikanischen Ländern weiterverkauft werden, nicht mehr abgesteuert werden können.

Annahmestopp

Zurzeit gibt es aus diesen Gründen auch auf den Entsorgungszentren der AWA GmbH einen Annahmestopp für alte Kleidung. Die Abfallberatung der AWA bittet die Bürger, nach Möglichkeit Kleiderspenden vorerst zu Hause zu lagern und sie nicht vor vollen Altkleidercontainern oder Secondhandläden abzulegen.

Was kann man stattdessen mit aussortierten Altkleidern und -textilien machen?

Tragbare Kleidung, die aus dem Kleiderschrank verbannt wurde, weil sie nicht mehr passt oder ein neuer Look gefragt ist:

  • an Freunde und Bekannte oder über Internetbörsen weitergeben oder tauschen
  • mit kreativem Ideen aufpeppen oder ändern (das Internet bietet hierzu eine Fülle von Ideen und Anregungen).

Kleidung mit kleinen Fehlern:

  • bevor Kleidung ausgedient hat, sollte geschaut werden, ob sie repariert werden kann. Bei kleinen Löchern oder an Knöpfen kann man selbst Hand anlegen, alternativ gibt es Hilfe bei der Änderungsschneiderei.

Verschlissene Kleidungstücke, Handtücher, Bett- und Tischwäsche, die beim Aussortieren des Kleiderschranks übrigbleiben, sind oft noch zu schade für den Mülleimer. Am besten werden sie selbst verwertet und damit gleichzeitig Abfall vermieden. Also mutig zur Schere gegriffen und die Nähmaschine an den Start gebracht!

  • Jeans und Hemden werden zum Beispiel zu originellen und nützlichen Taschen verarbeitet
  • Geschirrtücher, T-Shirts oder Sweatshirts sind hervorragende Materialien für einfache Mund- und Nasenschutz – Masken
  • Frotteehandtücher eignen sich sehr gut, um daraus mit wenig Aufwand umweltfreundliche, wiederverwendbare Kosmetikpads und Wischtücher zu nähen und ganz zum Schluss als Schuhputzlappen zu verwenden.

Stark verschmutzte Kleidung, beispielsweise durch Farbe oder andere Chemikalien:

  • gehört in den Restmüll!

Warum länger nutzen und tragen von Kleidung besser ist, als neu kaufen:

In den vergangenen Jahren ist der Textilkonsum extrem gestiegen: Zwischen zwölf und 25 Kilogramm werden in Deutschland aktuell pro Kopf und Jahr gekauft. Dabei werden viele Textilien nur kurze Zeit genutzt. Ein neues Kleidungsstück verbraucht – je nach Material –  große Mengen an Wasser, Boden, Düngemittel, Erdöl, Pestizide, Farbstoffe und vieles mehr. Letztlich ist es ökologischer, insgesamt weniger Neues zu kaufen und Textilien lange zu nutzen. Davon abgesehen: Neben der Umwelt belastet ein neues Kleidungsstück auch den Geldbeutel.

Weitere Informationen und Tipps gibt es bei der Abfallberatung der AWA GmbH telefonisch unter 02403/8766-353 und schriftlich unter abfallberatung@awa-gmbh.de.