Infokampagne „Aktion Biotonne Deutschland“ in der Region

Die bundesweite Kampagne „Aktion Biotonne Deutschland“ wird unterstützt vom Bundesumweltministerium und dem NABU. Ziele der bundesweiten Aktion sind es, Akzeptanz, Menge und Qualität der Bioabfallsammlung zu erhöhen. Angestrebt wird die Gewinnung neuer Nutzerinnen und Nutzer der angebotenen Biotonnen vor Ort, eine Steigerung der erfassten Bioabfallmengen und eine Verringerung der Fremdstoffgehalte.
Umgesetzt wurde die Kampagne in der hiesigen Region durch die AWA-Entsorgung GmbH mit Unterstützung der Kommunen Baesweiler, Alsdorf, Eschweiler, Roetgen und Linnich sowie der Gabco Kompostierung GmbH. Sie fand statt in der Zeit vom 10. Mai bis 4. Juni 2019.

Aktion Biotonne in Baesweiler
In Baesweiler machte der Infostand zur „Aktion Biotonne Deutschland“ Station am Freitag, 17. Mai, von 11 bis 16 Uhr vor dem EDEKA-Markt, Im Kirchwinkel. Gemeinschaftlich informierten Heike Stiller von der AWA Entsorgung GmbH, Kerstin Six von der Abteilung Umwelt der Stadt Baesweiler und Annika Waßmuth, Klimaschutzmanagerin der Stadt Baesweiler, rund 100 Besucherinnen und Besucher, die den Weg zum Einkauf für einen Abstecher an den bunten Stand nutzten.
Neben zahlreichen Informationen rund um Biotonne und Kompostierung gab es Kompostproben und Kresse-Samen zum Testen der Kompostqualität. Eine bebilderte Anleitung zum Falten von Bioabfalltüten aus Zeitungspapier für Vorsortiergefäße, die Klimamanagerin Annika Waßmuth vorbereitet hatte, war nach kurzer Zeit vergriffen. Gut, dass noch Gratis-Papiertüten der Aktion zum Mitnehmen bereitlagen.

Herausforderungen der Bioabfallsammlung
Bei Akzeptanz und Menge der verwertbaren Bioabfälle besteht in Deutschland noch viel Luft nach oben. Noch immer landen große Mengen Bioabfälle im Restmüll und das obwohl das Kreislaufwirtschaftsgesetz die getrennte Erfassung von Bioabfällen vorschreibt. Furcht vor unangenehmen Gerüchen und eventuellem Madenbefall im Sommer können Bürgerinnen und Bürger von der Nutzung der Biotonne abhalten.
Auch mit der Qualität des Bioabfalls gibt es bundesweit Probleme. Der Fremdstoffanteil in der Biotonne ist in vielen Regionen Deutschlands zu hoch – in der hiesigen leider auch. Bioabfall wie Küchenabfälle und Grünschnitt werden vor allem zu Kompost umgewandelt, der auf Äckern und im Garten als Dünger und Bodenverbesserer eingesetzt wird. Deshalb ist es für die Qualität des Kompostes von besonderer Bedeutung, dass dieser keine Fremdstoffe wie Plastik, Glas, Verpackungen, Rest- und Schadstoffe enthält.

Die Kompostierung unserer Bioabfälle
Die Kompostierungs- und Vergärungsanlage Würselen der AWA Entsorgung GmbH in Würselen verwertet seit 2012 jährlich circa 30.000 Tonnen Bioabfälle aus dem Zweckverbandsgebiet Entsorgungsregion West. AWA und die beauftragte Gabco Kompostierung GmbH beklagen seit Jahren zunehmend alarmierend hohe Fremdanteile in Bioabfall-Anlieferungen.

Auftraggeber AWA und Betreiber Gabco vermuten, die gravierenden Fehlwürfe könnten zum Teil aus mangelndem Verständnis für die biologischen Prozesse der Kompostierung erfolgen. Viele städtisch geprägte Menschen haben die zugrundeliegenden natürlichen Stoffkreisläufe nicht präsent und neigen deshalb dazu, Bioabfälle in Plastiktüten oder noch verpackte Lebensmittel mit in der Biotonne zu „entsorgen“.
Insbesondere Glas, Verbundverpackungen und Plastiktüten sind jedoch nicht kompostierbar. Dazu kommt, dass Biotonnen-Material wegen seiner Nässe und Klebrigkeit für eine maschinelle Vorsortierung schlecht geeignet ist. Deshalb müssen Plastikteile, Glasscherben und andere Abfälle nach der Kompostierung und Trocknung mit hohem Aufwand herausgesiebt werden.
Informationsmangel der Nutzerinnen und Nutzer könnte also eine Rolle spielen. Eine breite Information und Aufklärung, wie sie durch die „Aktion Biotonne Deutschland“ bewirkt werden soll, ist deshalb auch hier vor Ort dringend notwendig. Die Öffentlichkeitsarbeit der AWA GmbH wird intensiviert und fortgeführt.

Anhänger zur Kompostprobe
Tipps zum richtigen Umgang mit der Biotonne erhalten Sie bei der Abfallberatung der AWA Entsorgung GmbH unter 02403/8766–353 oder per E-Mail an abfallberatung@awa-gmbh.de

Foto: v.l. Annika Waßmuth, Klimaschutzmanagerin der Stadt Baesweiler, Heike Stiller, Abfallberaterin der AWA Entsorgung GmbH, Kerstin Six, Umweltabteilung der Stadt Baesweiler