Nachhaltig, insektenfreundlich, ökologisch wertvoll

Gartenbesitzer aus Baesweiler geben Einblicke in ihren Garten

Der Frühling ist angebrochen, die Gartenarbeit steht an. Gartenbesitzer aus Baesweiler erzählen, worauf sie in puncto Nachhaltigkeit und Insektenfreundlichkeit Wert legen und wie man mit einfachen Mittel und wenig Aufwand Viel für Nutztiere erreichen kann.

Ein herzliches Dankeschön gilt Helmut Herten vom Obst-, Gartenbau- und Verschönerungsverein Baesweiler, der uns verraten hat, welche Gärten in Baesweiler besonders nachhaltig sind.

Aufgeräumt und strukturiert: Vom Steingarten zum Tierparadies

Birgit Hehseler und Volker Warmbrunn aus Setterich sind vor sechs Jahren in ihren Neubau gezogen. Aus ihrem Garten haben sie ein Paradies für Tiere geschaffen.

Worauf haben Sie bei der Gestaltung besonders Wert gelegt?
Wichtig ist uns, dass unser Garten Lebensraum für möglichst viele Tiere ist. Wir haben unseren Garten gerade neu gestaltet. Früher lag Steingranulat im Beet, nun haben wir überall Rindenmulch. Es ist pflegeleichter, sieht gut aus und ist für die Tierwelt besser.

Für welche Pflanzen haben Sie sich entschieden und warum?
Für Schmetterlingsraupen haben wir in einer Ecke des Gartens Brennnessel gepflanzt und für die ausgewachsenen Tiere wilde Möhren, Schmetterlingsflieder und Fette Henne. Eine immer blühende Mandelweide produziert von Februar bis November Pollen. Unser Lavendel ist bei Insekten auch sehr beliebt, ebenso die Dahlien, Glockenblumen und Blutpflaume. Die Ölwei de kommt bei Hummeln sehr gut an – auch die Glanzmispel. Wir haben einen Hummelnistkasten, direkt daneben stehen Krokusse. Das ist die erste Nahrungsquelle im Jahr für Hummeln, dadurch finden sie den Eingang zum Nistkasten leichter. Wir pflanzen auch jedes Jahr Sonnenblumen. Die liefern Pollen für Bienen und Hummeln, später im Jahr können Vögel daraus die Körner fressen. Wichtig ist, dass die Pflanzen offene Blüten haben, damit die Nahrung daraus gut entnommen werden kann. In unseren Hochbeeten haben wir Bienenweiden angelegt. Die duften nicht nur wunderbar und sehen schön aus, sondern liefern ebenfalls Nahrung. Darüber hinaus haben wir einen Feigenbaum, der ist beliebt bei Wespen.

Fühlen Sie sich dann nicht manchmal auch gestört durch die Wespen?
Nein, gar nicht. Wenn wir auf unserer Terrasse sitzen und dort essen, werden wir nicht gestört. Die Wespen, Bienen und Hummeln haben ein so großes Angebot im Garten, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, zu uns auf die Terrasse zu kommen.

Von welchen Pflanzen raten Sie ab?
Wir würden keine Forsythie pflanzen, da sie keine positive Wirkung auf die Natur und Tiere hat. Da sollte man lieber zur Kornelkirsche greifen.

Gibt es Vorkehrungen oder Installationen, die Tieren zugutekommen?
Ja, zahlreiche. Zum Beispiel haben wir einen kleinen Teich angelegt mit einer Froschhöhle. Ein Holzstück ragt in den Teich, darauf können Vögel zum Trinken platznehmen. Seerosen spenden den Lebewesen im Wasser Schatten. Direkt neben dem Teich ist ein kleiner Bereich mit Sand, darin können die Vögel baden. Wir planen, den Teich zu einem Naturteich umzustellen, der durch Pflanzen gefiltert wird.

Wir haben darüber hinaus drei Insektenhotels gebaut. Für die Igel haben wir einen Totholzhaufen angelegt. Dazu haben wir ein 30 bis 40 Zentimeter tiefes Loch ausgehoben und dann mit Gehölz aufgefüllt.

Neu ist unsere Kräuterspirale aus Steinen, zwischen denen Insekten leben können. Im unteren Teil der Spirale wurden Kräuter gepflanzt, die viel Wasser benötigen, ganz oben wurde Sand unter die Erde gemischt, dort wurden Kräuter gepflanzt, die wenig Wasser brauchen. Die Kräuter sind als Nahrung bei den Insekten sehr beliebt, im sandigen Teil können dann auch hier Vögel baden.

An den Bäumen und Sträuchern haben wir viele Vogelhäuschen und Futterstellen für Vögel. Dass man mehrere Stellen mit Futter hat, ist wichtig, damit die großen Vögel die kleinen nicht verscheuchen.

Welche Nahrung ist bei den Vögeln in Ihrem Garten besonders beliebt?
Besonders gut kommen bei uns Mehlwürmer und Erdnüsse an. Amseln mögen Rosinen – bei uns allerdings lieber Bio-Rosinen, die anderen haben sie nicht gefressen. Grünfinken ziehen Nigersamen vor. Meisenknödel wurden nicht so gut angenommen.  

Welche Pflanzen benötigen eine intensive Bewässerung?
Wir haben einen Erdtank installiert, der Regenwasser speichert. Im Sommer brauchen die Pflanzen viel Wasser, aber das Gießen geht recht schnell. Die Kräuterspirale braucht nicht viel Aufmerksamkeit. Am unteren Ende der Spirale ist eine Wanne mit Wasser eingebaut, darin liegt ein Seil, welches sich bis zum Ende der Spirale zieht. Das Wasser wandert am Seil entlang nach oben und befeuchtet so die Spirale.

Welche Tiere leben in Ihrem Garten?
Neben den Fröschen leben auch Libellenlarven im Teich. Wir haben mal bei einer Vogelzählung mitgemacht im Winter. Da haben wir 24 Vögel innerhalb einer Stunde gesichtet: Grün- und Buntspechte, Blau- und Kohlmeisen, Buchfinken und Singdrosseln waren dabei.

Wie zeitintensiv ist die Pflege des Gartens?
Ein- bis zweimal im Jahr bekommen die Bäume und Sträucher einen Formschnitt. Die restliche Arbeit erledigen wir mit und mit. Aber es ist unser Hobby, also verbringen wir gerne viel  Zeit mit der Pflege.

Düngen Sie?
Wir nutzen organischen Dünger und Kaffeesatz.

Was tun Sie gegen Schädlinge?
Schädlinge kann man am einfachsten mit Nützlingen bekämpfen. Wenn man zum Beispiel Ohrwürmer - mit einer Vorrichtung aus Tontöpfen gefüllt mit Stroh – anlockt, machen sie sich an den Läusen zu schaffen. Waschnüsse eignen sich ebenfalls gut gegen Blattläuse.

Was kann man mit kleinem Aufwand für Insekten und Co. tun?
Insektenhotels und Totholzhaufen lassen sich leicht und günstig bauen. Anleitungen gibt es zahlreiche im Internet. Bei Insektenhotels ist es wichtig, dass die Löcher für die Insekten im Holz dort gebohrt werden, wo die Rinde war, nicht in den Stamm, denn sonst entstehen Risse und Milben kommen leichter an die Insektenlarven heran. Und die Hotels müssen nach Süden ausgerichtet sein – zur Sonne. Pflanzen kann man günstig oder sogar manchmal kostenlos im Internet, zum Beispiel auf Plattformen für Kleinanzeigen aus der Nachbarschaft, erwerben. Nistkästen bieten Vögeln Nahrung. Befeuchtete Boden- oder Lehmlöcher lassen sich auch ganz einfach herstellen, daraus bedienen sich Insekten zum Hausbau.

Haben Sie Tipps für Gartenbesitzer mit kleinem Garten oder Vorgarten?
Es ist ein Irrglaube, dass Steinvorgärten nicht viel Arbeit machen. Das Unkraut kommt nämlich durch. Das ist bei Rindenmulch anders. Wenn er mindestens zehn Zentimeter hoch liegt, entsteht nahezu kein Unkraut. Zypressen eignen sich gut für den Vorgarten. Sie sind pflegeleicht und verbrauchen nicht viel Wasser. Auch Hortensien sehen hübsch aus und bieten den Insekten Nahrung.

 

Pflanzen als Nahrung: Der Selbstversorger-Garten mit Bienenvölkern

Herbert Gerhards aus Baesweiler hat zwei Gärten und insgesamt 25 Bienenvölker an mehreren Standorten. Er ist Selbstversorger.

Worauf haben Sie bei der Gestaltung besonders Wert gelegt?
Ich bin Selbstversorger, deshalb ist der Garten hauptsächlich ein Nutzgarten. Aber er soll natürlich auch schön aussehen und Tieren als Lebensraum dienen.

Für welche Pflanzen haben Sie sich entschieden und warum?
Es gibt eine Wildblumenwiese. Die bleibt auch bis im Frühjahr stehen. Die Insekten, vor allem Wildbienen, legen dann im Stängel ihre Brut ab, gleichzeitig dienen die Samen der Blumen als Futter für Vögel. Daneben habe ich verschiedene Beerensorten gepflanzt, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Am Rand des Gartens steht Efeu, seine Beeren blühen erst im Oktober. Das ist gut für Vögel, die dann kaum noch wo anders Futter finden. Für meine Bienen ist es wichtig, dass es regionale Pflanzen mit offener Blüte gibt, beispielsweise offene Wildrosen, die pflanze ich als nächstes.

Von welchen Pflanzen raten Sie ab?
Von Riesenbärenklau. Er ist zwar bei Bienen sehr beliebt, aber er vermehrt sich sehr schnell und erzeugt beim Menschen bei Berührung Verbrennungen. Das ist besonders für Kinder gefährlich.

Welche Pflanzen benötigen eine intensive Bewässerung?
Einige der Pflanzen müssen stark bewässert werden, insbesondere das Gemüsebeet. In heißen Sommern fällt die Ernte dann auch mal etwas kleiner aus. Ich habe mehrere Tonnen, in denen Regenwasser aufgefangen wird. Das wird für die Bewässerung verwendet.

Gibt es Vorkehrungen, die Tieren zugutekommen?
Ich habe einen abgestorbenen Birnbaum im Garten, den habe ich als Nistmöglichkeit für Insekten stehenlassen. Rund um den Stamm werden Laub und kleine Äste abgelegt, darin können sich Insekten zurückziehen. Es gibt Trockenmauern aus Steinen für Insekten und andere kleine Tiere sowie Totholzhaufen für Igel. Wenn man altes Holz stapelt und mehrere Jahre liegenlässt, siedeln sich dort Insekten an.

Welche Tiere leben in Ihrem Garten?
Neben den Bienenvölkern habe ich schon Erdkröten, Spinnen und Igel gesehen. In einem alten Apfelbaum überwintern Siebenschläfer.

In welchen Monaten ist die Pflege am zeitintensivsten?
Um die Bienen kümmere ich mich vor allem zwischen April und Juli mindestens einmal pro Woche, sonst schwärmen sie aus. Die Bepflanzung im Garten beginnt im März. Der Nutzgarten ist durchweg viel Arbeit, aber wenn man sich das einteilt, geht das schon.

Düngen Sie?
Ich arbeite im Herbst Mist und eigenen Kompost im Gemüsebeet unter. Wichtig für eine erfolgreiche Ernte ist auch, die Fruchtfolge einzuhalten. Eine Hälfte ist mit stark zehrenden Pflanzen bepflanzt, die andere mit schwach zehrenden. Jedes Jahr wechsle ich die Folge.

Wehren Sie Schädlinge ab?
In meinem Garten gibt es nur eine Maßnahme: Ich spanne in meinem Hochbeet über das Gemüse ein engmaschiges Netz. Vor allem über Kohl, Möhren und Zwiebeln, damit sie vor Fliegen geschützt sind.

Welche Maßnahmen würden Sie Gartenbesitzern empfehlen, die einen insektenfreundlichen Garten anlegen möchten?
Wichtig ist, dass die Pflanzen einheimisch sind. Denn einheimische Tiere sind auf einheimische Pflanzen als Nahrungsquelle angewiesen. Kirschlorbeer oder Thuja sehen zwar schön aus, aber besser für die Tiere sind Weißdorn oder Hainbuche.

Man sollte auch nicht vor naturnahen Gärten zurückschrecken: auch „Schmutzecken“ lassen, in denen sich Tiere einnisten können und zum Beispiel einen Bereich mit Sand und Kies einbauen. Dort könnten unter anderem Wildbienen Eier ablegen.

Eine Dachbegrünung kann man auch leicht umsetzen: Sedangewächse benötigen wenig Wasser, die können gut mit Trockenheit umgehen, sie blühen schön und halten Unkraut fern. Springkraut ist zwar bei vielen Gartenbesitzern unbeliebt, aber für Bienen super, weil es spät im Jahr blüht und dadurch auch noch spät Nahrung liefert, ebenso Zwiebelpflanzen. Auch Bienenweiden kann man unkompliziert anlegen und sie bieten viel Nahrung.

Gibt es hilfreiche Tipps für Gartenbesitzer mit flächenmäßig kleinem Garten oder Vorgarten?
Für kleine Gärten eignen sich Hochbeete besonders gut. Sie nehmen nicht viel Platz weg und die Pflanzen wachsen dort schneller als am Boden. Als unterste Schicht sollten Äste und Schnittgut dienen, mit Pferdemist wird der Boden im Hochbeet geheizt. Dort kann man früher und länger ernten als im klassischen Gemüsebeet. Für ein Hochbeet eignen sich übrigens besonders auch Rote Beete, Feldsalat, Erbsen und Bohnen. Das Gemüse benötigt nicht viele Nährstoffe. Auch Kräuter kann man gut dort anpflanzen, wenn sie blühen, bieten sie unter anderem Bienen Nahrung. Besonders beliebt sind bei Insekten Bohnenkraut, Thymian und Salbei. Für Vorgärten eignen sich blühende Bodendecker. Die machen nicht viel Arbeit, sehen aber schön aus.

 

 

 

Naturnaher Garten: Regulierung von Schädlingen durch Nützlinge

Beate und Rainer Fechtel aus Floverich haben ihren Garten naturnah gestaltet. Die Devise: Wo etwas gepflanzt ist, muss kein Unkraut gejätet werden. Zur Beseitigung von Schädlingen locken sie Nützlinge an.

Worauf haben Sie bei der Gestaltung besonders Wert gelegt?
Es war mir wichtig, dass er Lebensraum für viele Tiere bietet.

Welche Pflanzen findet man in Ihrem Garten?
In unserem Garten gibt es viele Obstbäume, die spenden vielen anderen Pflanzen gerade in heißen Sommern auch viel Schatten. Wir haben einen Birn-, Apfel-, Kirsch- und Pfirsichbaum. Auch viele Obststräucher sind gepflanzt. Weißdorn und Rotdorn bieten Nahrung für Vögel, ebenso Apfelbeeren. Es gibt Dahlien, die blühen im Herbst, und Frühjahrsblüher wie Bergenien. Für die Raupen der Schmetterlinge pflanze ich jedes Jahr Spitzkohl, das fressen sie gerne. Und es gibt noch viele Sukkulenten und Bodendecker, die vertragen auch gut Hitze. Derzeit plane ich ein Kräuterbeet und eine Wildblumenwiese, das zieht besonders viele Insekten an.

Gibt es Pflanzen, von denen Sie abraten?
Koniferen würde ich nicht pflanzen. Sie sind besonders für Allergiker nicht anzuraten, denn sie setzen viele Pollen frei.

Müssen Sie im Sommer häufig gießen?
Ich gieße nicht jedes Mal alle Pflanzen. Bei den Rosen liegt beispielsweise Lavamulch. Der speichert lange Wasser, so dass man sie nicht oft gießen muss. Das Wasser kommt aus unseren Zisternen.

Was haben Sie extra für Tiere errichtet?
Hummelnester für Erdhummeln gibt es in unserem Garten. Die bestehen aus Kies, Sand, Holz, Stroh, Sägespänen und Moos. Darüber liegen Steine, die vor Regen schützen. Totholz bietet unter anderem Bienen und anderen Insekten wie Borken-, Horn- und Hirschkäfern Lebensraum. Auch eine Steinmauer habe ich für Insekten und Spinnen angelegt. In unserem Nassbiotop mit Pampasgrad und Schilf findet man Libellen. Am Dach der Terrasse wächst Knöterich, der lockt Vögel an - da sind immer viele Kohlmeisen, Blaumeisen und Spatzen unterwegs. Für die habe ich extra Löcher in die Holzbalken der Pergola gebohrt. Dort setzen sie sich rein. Im ganzen Garten sind zahlreiche Futterstellen für Vögel. Auch ein Igelhaus habe ich gebaut aus Ästen und Laub, dort könnte sich auch ein Steinmarder einquartieren, den ich hier schon gesehen habe. Der neueste Bau ist ein Quartier für Eidechsen mit Sandbeet für die Eiablage. Bisher ist da aber noch niemand eingezogen. Für Bienen und Wespen habe ich Unterschlüpfe gebaut und auch bewusst Schlamm angelegt, den sie als Baumaterial nutzen können.

Welche Tiere leben sonst noch in Ihrem Garten?
Eine Krabbenspinne habe ich schon im Rosenbusch entdeckt – in Neongelb.

Düngen Sie?
Meinen Rasen dünge ich. Der Rest wird mit unserem Kompost gestärkt.

Wie sieht es mit Schädlingen aus? Bekämpfen Sie sie?
Ja, aber auf natürlich Art. Die einzige Chemie, die ich im Garten nutze, ist Schneckenkorn – einmal im Jahr, Anfang April. Man sollte immer im Hinterkopf haben: Es werden keine Nützlinge im Garten leben, wenn es keine Schädlinge dort gibt. Denn die Nützlinge müssen sich ja schließlich auch von etwas ernähren. Wenn man zum Beispiel einen Tontopf mit Heu, Stroh oder Moos füllt und an einer Stelle aufhängt, an der viele Blattläuse sind, fressen die Ohrenkneifer die Läuse, die in dem Tontopf leben. Man muss den Topf danach nur wo anders hinhängen, sonst fressen die Käfer auch die Blätter an.

Wie viel Zeit nimmt die Gartenpflege (am Tag/in der Woche) in Anspruch?
Zwei Tage dauert es im Frühjahr, um den Garten auf Vordermann zu bringen. Ansonsten kümmert man sich mit und mit darum. Das meiste fällt im März und April an, wenn man auch neue Pflanzen setzt. Ich habe viele Pflanzen in meinem Garten, denn wo etwas gepflanzt ist, muss schon mal kein Unkraut gejätet werden.

Gibt es hilfreiche Tipps für Gartenbesitzer mit kleinem Garten oder Vorgarten?
Da bietet es sich an, stufenförmig zu arbeiten. Also vorne Bodendecker zu pflanzen, dahinter blühende Stauden und Sträucher.

Haben Sie Tipps für erste Maßnahmen für einen insektenfreundlichen Garten?
Vorrichtungen für Tiere, wie Brutkästen und Unterschlüpfe, kann man ganz einfach selbst basteln. Im Internet gibt es unzählige Anleitungen dafür. Baumscheiben kann man zum Beispiel günstig beim Brennholzverkauf erwerben. Wenn man Löcher dort hineinbohrt, können darin Insekten und Bienen leben und nisten. Als Pflanzen für Anfänger ist Schmetterlingsflieder geeignet, der ist unverwüstbar, ebenso Sukkulenten und Bergenien.

 

 

Tipps für einen ökologisch wertvollen Garten

  • Einheimische Gehölze nutzen: Pflanzen wie Weißdorn, Eberesche, Heckenkirsche, Wildrose oder Linde sind schön und dienen als Nahrung und Nistplatz. Hecken aus einheimischen Gehölzen werden von einheimischen Tieren bevorzugt.
  • Quartiere und Brutplätze für Tiere zur Verfügung stellen: Nützlinge vertilgen Schädlinge. Hummeln und Wildbienen bestäuben Blumen. Haufen aus Holz dienen als Behausung für Tiere.
  • Garten naturnah gestalten: Man kann die natürliche Landschaft nachahmen, wie die Wiese, den Feldrand, den Teich, den Wald oder ein Stück Heide.
  • Schädlinge und Krankheiten abwehren, indem die benötigen Bodenverhältnisse, die Feuchtigkeits- und Nahrungszufuhr geboten werden. Hilfreich sind Kompost, Pflanzenjauchen und andere organische Dünger, wie Rinderdung-Pellets. Mischkulturen oder Insektenschutznetze helfen, Schädlinge und Krankheiten fernzuhalten.
  • Regenwasser zum Gießen nutzen. Das spart nebenbei sogar Geld.
  • Eigenen Kompost als Dünger einsetzen.
  • Blumenerde ohne Torf nutzen. Denn der Abbau von Torf wirkt sich negativ auf die Umwelt und das Klima aus. Torf wird aus Mooren gewonnen. Da Moore zu einem der artenreichsten Ökosysteme zählen und Rückzugsgebiete für bedrohte Tierarten darstellen, wird durch die Nutzung des Torfs im Garten ein wichtiger Lebensraum zahlreicher Tiere zerstört. Zum anderen leisten Moore – dank ihrer Fähigkeit große Mengen Kohlenstoff speichern zu können – einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Durch das Trockenlegen von Mooren beim Torfabbau, wird der im Moor gespeicherte Kohlenstoff in klimaschädliches CO2 umgewandelt und ausgestoßen. Im Handel werden bereits vielfältige klima- und umweltfreundliche Ersatzstoffe angeboten. So gibt es beispielsweise folgende Alternativen zur Bodenverbesserung: Grüngut- und Bioabfallkompost (z.B. aus der Kompostierungsanlage in Würselen), Rindenhumus, Holzfasern, Kokosfasern sowie Chinaschild- und Hanffasern.