Ideen für „Setterich-Nord“ und „Baesweiler-West“

27 Nov 2019

Ihre Ideen, Wünsche und Meinungen bezüglich der von der Stadtverwaltung geplanten Maßnahmen für die sozial defizitären Räume „Setterich-Nord“ und „Baesweiler-West“ haben jetzt mehr als 100 Baesweiler Bürgerinnen und Bürger bei zwei Bürgerkonferenzen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung nahegebracht.

Nachdem ein von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebener Sozialbericht in 2017 aufgezeigt hat, dass es in den sogenannten Sozialräumen „Setterich-Nord“ und „Baesweiler-West“ Handlungsbedarf gibt, wurde von der Sozialplanerin Eva Hennig das Integrierte soziale Handlungskonzept erarbeitet. Dieses beschreibt Maßnahmen, welche die genannten Sozialräume speziell fördern sollen. Mangelnde Integration, eine geringe Beteiligung von Jugendlichen und Kindern, vergleichsweise hohe Kinderarmut und Defizite in den Bereichen Wohnen, Bildung, Gesundheit und Sprache weist insbesondere „Setterich-Nord“ auf. In „Baesweiler-West“ ist der Altersdurchschnitt höher als in allen anderen Baesweiler Räumen, ebenso der Anteil übergewichtiger Kinder. Auch in puncto Integration, Bildung, Gesundheit und Wohnzufriedenheit gibt es Schwächen.

Maßnahmen, die künftig in diesen Gebieten umgesetzt werden sollen, wurden einer Expertengruppe bereits im Juli vorgestellt. Auch die Jugendlichen der Stadt wurden bei einem Jugendparlament zu ihrer Meinung gefragt. Mit den Bürgerkonferenzen wandte sich die Stadtverwaltung nun an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger der Stadt Baesweiler.

In Setterich stellte die Sozialplanerin Eva Hennig nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Dr. Willi Linkens die einzelnen geplanten Maßnahmen vor. Nicht nur Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen mit Projekten angesprochen werden, sondern auch Senioren sollen beteiligt werden. Um dieses Ansinnen zu verdeutlichen, wurde die Veranstaltung extra im Wohn- und Pflegeheim Maria Hilf Burg Setterich abgehalten.

Die derzeit für „Setterich-Nord“ geplanten Maßnahmen sind beispielsweise ein multifunktionaler Bewegungs- und Aktionsplatz, der zur sportlichen und gemeinschaftlichen Betätigung beitragen soll, und die Fortführung der Programme im „Haus Setterich“, das in Setterich bereits seit vielen Jahren Projekte zu den Themen Integration und Gesundheit anbietet und für Bürgerinnen und Bürger Ansprechpartner bei verschiedensten Fragestellungen ist.

Die Teilnehmenden brachten auch selbst Vorschläge und Ideen zur Umsetzung von Maßnahmen ein. Moderiert von Bürgermeister Dr. Linkens, Sozialamtsleiterin Angelika Breuer und der Sozialplanerin diskutierten sie verschiedene Möglichkeiten, wie die Projekte effizient umgesetzt werden können. So schlug beispielsweise einer der Gäste vor, dass Jugendliche, die an Maßnahmen teilnehmen, zu eigenverantwortlichem Handeln animiert werden sollen, sie sollten den Platz, an dem sie sich aufhalten, selbst in Ordnung halten und mitgestalten. Ein Belohnungssystem könne ein Anreiz sein, gab er der Sozialplanerin als Anregung mit auf den Weg.

Ein anderer Teilnehmer bedauerte, dass es bei kostenlosen Angeboten immer wieder dieselben Personen seien, die sich ehrenamtlich engagierten. „Zuschauer sollen von der passiven Rolle in eine aktive Rolle gebracht werden und sich selbst einbringen. Das ist das Ziel“, sagte dazu Bürgermeister Dr. Linkens. Auch Menschen, die sich bisher nicht ehrenamtlich engagierten, sollen angesprochen und motiviert werden, sich einzusetzen.

Die Konferenz für den Raum „Baesweiler-West“ wurde in der Grengracht-Schule abgehalten. Auch hier stellte Eva Hennig die Maßnahmen vor und diskutierte gemeinsam mit Sozialdezernent und erstem Beigeordneten Frank Brunner und dem Bürgermeister mit den Baesweiler Bürgerinnen und Bürgern. Eine Anlaufstelle soll zentral für alle Baesweiler Einwohnerinnen und Einwohner, speziell aber für diejenigen aus „Baesweiler-West“ in der Straße Roskaul eingerichtet werden. Sprechstunden der Sozialplanung sowie der Verbraucherzentrale, eine Seniorenberatung, Sozialarbeit und Projekte von verschiedenen Vereinen sollen dort angeboten werden. Sozialdezernent Frank Brunner berichtete von den guten Erfahrungen durch aufsuchende Sozialarbeit in Setterich, die ebenfalls für „Baesweiler-West“ in Betracht gezogen wird. Darüber hinaus ist eine Zusammenarbeit mit dem Helene-Weber-Haus und ax-o e.V. geplant.

Von den Teilnehmenden kam die Anregung, beispielsweise integrative Kochkurse anzubieten und Wege zu finden, auch ältere Zugezogene für die Mitarbeit in Vereinen zu begeistern, um Sprachbarrieren zu vermindern.

„Auch für Baesweiler-West gilt, dass wir eine Veränderung nur mit der Hilfe aller Baesweiler Bürgerinnen und Bürger schaffen können. Denn auch hier ist die Hilfe von Ehrenamtlichen gefragt“, betonte der Bürgermeister.

Die Ideen, die an diesem Abend gesammelt wurden, hielten die Mitarbeiter des Sozialamtes schriftlich fest. Sie werden mit in die Planungen eingebracht.

Im kommenden Jahr werden ebenfalls Bürgerkonferenzen stattfinden, bei denen der fortgeschrittene Planungsstand vorgestellt wird. Zudem sollen nächstes Jahr qualitative Interviews mit Familien in „Setterich-Nord“ und „Baesweiler-West“ durchgeführt werden, wodurch eine tiefergehende und verstehende Analyse in den beiden Stadtteilen ermöglicht werden soll. Die qualitativen Interviews und die Bürgerkonferenzen in 2019 und 2020 werden gefördert durch das Programm „Zusammen im Quartier – Kinder stärken – Zukunft sichern“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen zu dem Integrierten sozialen Handlungskonzept 2019 und dem Sozialbericht 2017 gibt es auf der Internetseite der Stadt Baesweiler, www.baesweiler.de, unter dem Reiter Die Stadt – Soziales – Sozialplanung.

 

Mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds

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