Baesweiler Löwe für Ministerin Ina Scharrenbach

14 Jan 2019

„Ich verstehe den Baesweiler Löwen als Aufforderung an die Landesregierung, dass kleine Gemeinden auch die Chance zur Entwicklung bekommen, die sie verdienen“

Die Stadt Baesweiler hat beim Neujahrsempfang am 9. Januar 2019 den Baesweiler Löwen 2019 für besondere Verdienste um die Stadt Baesweiler und die Region Aachen an Frau Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. 

„Die Stadt Baesweiler hat allen Grund, Ihnen und den vorherigen Verantwortlichen auf Bundes- und Landesebene für die großartige und wirkungsvolle Unterstützung bei unserem Strukturwandel zu danken“, sagte Bürgermeister Dr. Willi Linkens in seiner Laudatio. Unabhängig von den unterschiedlichen Koalitionen auf Landesebene habe die Stadt stets Unterstützung erfahren, als es darum ging, die gravierenden Probleme des Strukturwandels zu lösen. Bereits bei ihrem Besuch im Juni letzten Jahres habe er Gelegenheit gehabt, der Ministerin die städtischen Projekte vorzustellen, die Realisierungsphase zu beschreiben und auf weitere Maßnahmen hinzuweisen. Schon da habe Frau Scharrenbach deutlich gemacht, dass sie sich der Anliegen der Kommunen unkompliziert annehmen und ihnen gerne effektiv helfen werde. „Sie sind stets eine hilfsbereite qualifizierte, verbindliche und zuverlässige Ansprechpartnerin“, attestierte Dr. Linkens der Ministerin. 

Sie habe in dem neu geschaffenen Bereich Heimat in ihrer Amtszeit bereits „eine Vielzahl wesentlicher neuer Impulse gesetzt“, fuhr der Laudator fort. Dazu gehöre der „Heimat-Scheck“ zur unbürokratischen Förderung von Projekten lokaler Vereine und Initiativen sowie der „Heimat-Preis“, mit dem die konkrete Arbeit der Dorfgemeinschaften belohnt und nachahmenswerte Praxisbeispiele hervorgehoben werden. Gerade für eine Stadt wie Baesweiler mit den kleineren Stadtteilen sei dieser neue Akzent der Landespolitik zur Förderung des Miteinanders und des Heimatgefühls von besonderer Wichtigkeit, stellte Dr. Linkens fest. Die vorhandenen Strukturen und das herausragende ehrenamtliche Engagement einer Vielzahl von Bürgerinnen und Bürger sowie der Vereine erfahre hierdurch eine besondere Wertschätzung. 

Hervorzuheben sei das beeindruckende Engagement der Ministerin bei der Reform der Bauordnung, wodurch eine größere Bürgernähe und ein für die Bauherren vereinfachtes Verfahren erreicht werden. 

Auch im Bereich Kommunales habe sie deutliche Zeichen gesetzt. „Sie kennen die kommunalen Sorgen, insbesondere auch deshalb, weil Sie 18 Jahre Mitglied eines Stadtrates waren. Sie sind sich der Aufgabenstellung der Kommunen in schwierigen Zeiten bewusst, nehmen die Anliegen auf und berücksichtigen sie, soweit es Ihnen möglich ist“, lobte der Bürgermeister. Insbesondere im Bereich der Unterbringung von Asylbewerbern habe sie sehr wohl erkannt, welch wichtige Aufgabenstellung die Kommunen übernehmen. Sie habe deren begründete Bitte aufgenommen und veranlasst, dass die Integrationsmittel des Bundes nunmehr ab 2019 im vollen Umfang von 500 Millionen an die Kommunen weitergeleitet werden. 

Schließlich erinnerte Bürgermeister Dr. Willi Linkens daran, dass das Land Nordrhein-Westfalen 1957 die Patenschaft über den Verband der Siebenbürger Sachsen übernommen habe und Frau Scharrenbach bei der Feier anlässlich des 60. Jahrestages im Plenarsaal des Landtages die Bedeutung der Siebenbürger Sachsen in einigen Regionen Nordrhein-Westfalens hervorgehoben habe. „Die Stadt Baesweiler hat dabei eine ganz besondere Position, weil hier vor Ort die Siebenbürger nach ihrer Flucht aus Rumänien sehr schnell eine neue Heimat gefunden haben und zu einem wichtigen Teil der Gemeinschaft wurden“, sagte Dr. Linkens. So war es selbstverständlich und besonders erfreulich, dass zahlreiche Siebenbürger anwesend waren und die Siebenbürgen Blaskapelle Setterich für den würdigen, musikalisch hervorragenden und sehr unterhaltsamen Rahmen gesorgt hat. 

Die neue Preisträgerin wartete in ihrer Dankesrede dann auch mit einer schönen Überraschung auf und griff den Vorschlag eines Siebenbürger Sachsen auf, der vor zwei Jahren bei der Jubiläumsfeier der Patenschaft angeregt hatte, nach dem Vorbild des Landes Niedersachsen, das den Kulturpreis Schlesien eingeführt hat, in Nordrhein-Westfalen einen entsprechenden Kulturpreis für Siebenbürgen auszuloben. „Das ist eine sehr gute Idee. Diesen Sonderheimatpreis Siebenbürger Sachsen wird es geben“, verkündete sie. 

Zudem versprach sie schmunzelnd, den Löwen auf ihren Schreibtisch zu stellen, um an Baesweiler zu denken, wenn es um die Vergabe von Fördermitteln gehe. Aber auch andere Kommunen dürften noch auf Zuschüsse hoffen. „Ich verstehe den Baesweiler Löwen als Aufforderung an die Landesregierung, dass kleine Gemeinden auch die Chance zur Entwicklung bekommen, die sie verdienen“, sagte sie. 

Auch Bürgermeister Dr. Linkens machte sie ein großes Kompliment: „Ich habe ihn als einen Bürgermeister kennengelernt, der nicht das Problem findet, sondern vor allem die Lösung sucht, wobei er von Stadtrat unterstützt wird.“ Darin gleiche sich ihr Politikstil, stellte sie fest.

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