Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ich hoffe, dass Sie gut in das Jahr 2026 gestartet sind. Ich wünsche Ihnen viel Glück, Erfolg und insbesondere Gesundheit!
Kürzlich fand im PZ des Gymnasiums der Neujahrsempfangs statt, bei dem ich gemeinsam mit hunderten Gästen auf das vergangene Jahr zurückgeschaut und auf einige Projekte und Maßnahmen geblickt habe, die in diesem Jahr anstehen.
Das vergangene Jahr war in unserer Stadt insbesondere auch geprägt von unserem Stadtjubiläum. Welch starken Zusammenhalt es bei uns gibt, das konnten wir nicht „nur“ während der Dreharbeiten zum Jubiläumsfilm, an dem zahlreiche Bürgerinnen und Bürger teilgenommen haben, spüren, sondern auch bei den weiteren Aktionen und Veranstaltungen. Ich danke allen, die sich dafür engagiert haben, dass unser Jubiläumsjahr so erfolgreich wird.
Es ist der Gemeinschaftssinn, der unsere Stadt ausmacht, der uns stark macht. Dass man gemeinsam an einem Strang zieht, auf das gleiche Ziel hinarbeitet und so zum einen tolle Erinnerungen schafft und zum anderen die Gesellschaft stärkt. Das Ehrenamt trägt unsere Stadt, stellt den Grundpfeiler dar. Das hat auch das letzte Jahr eindrücklich gezeigt. Danke an jede und jeden, die oder der sich einsetzt – ganz egal wo und in welcher Form. Immer, wenn wir anderen Menschen helfen oder etwas für die Allgemeinheit tun, leisten wir einen wichtigen Teil. Baesweiler ist ein Beweis dafür, was man mit Zusammenhalt erreichen kann.
Manche Probleme kann man jedoch leider nicht alleine durch Zusammenhalt lösen, insbesondere, wenn sie, wie die kommunale Finanzlage, nur äußerst eingeschränkt durch uns zu beeinflussen sind. Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, Steuern und Abgaben für die Bürgerinnen und Bürger niedrig zu halten – auch wenn das für uns oberste Priorität hat.
Uns werden vom Land und Bund ständig neue Aufgaben auferlegt, die jedoch nicht oder nur äußerst unzureichend finanziert werden. Für viele Kommunen, und so auch für unsere Stadt, ist das oberste Ziel mittlerweile bei der Erstellung des Haushaltsplans, ein Haushaltssicherungskonzept zu vermeiden.
Uns gelingt es dennoch, trotz dieser extrem schlechten Rahmenbedingungen, konstant niedrige Hebesätze bei der Gewerbesteuer und rein rechnerisch mit 180,50 Euro pro Kopf die geringste Grundsteuer-B-Belastung in der StädteRegion vorzuweisen. Und ebenso schaffen wir es, unsere Stadt immer weiter voranzubringen und sie noch attraktiver zu gestalten. Unter anderem deshalb, weil wir ein großes Augenmerk darauf legen, viele Fördermittel von Land und Bund zu generieren.
Auch wenn die finanziellen Mittel knapp sind, gibt es Bereiche, für die klar ist, dass wir dort wichtige Investitionen tätigen müssen. Einer davon ist die Schullandschaft.
Deshalb wird unter anderem unser Gymnasium erweitert. Damit tragen wir der Umstellung von G8 auf G9 und den für die Zukunft steigenden Schülerzahlen Rechnung. Im Gebäude der Goetheschule wird der Offene Ganztag der Friedensschule ausgebaut. Ebenso packen wir den Schulstandort Setterich mit den Grundschulen St. Andreas und St. Barbara an. Unter anderem steigt auch der Raumbedarf an der Realschule. Die Friedensschule und die Grengrachtschule sind ebenfalls bei unseren Planungen berücksichtigt. Die pädagogischen Anforderungen an Schule und OGS haben sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Es ist wichtig, dass Bildungschancen und Bildungsgerechtigkeit nicht nur leere Floskeln sind, sondern, dass wir in unserer Stadt auch wirklich weiterhin die von uns beeinflussbaren Rahmenbedingungen schaffen. Nur so sind wir zukunftsfähig.
Im Gebäude der Grengrachtschule kam es Ende letzten Jahres zu einem unvorhersehbaren Schadensereignis. Dort hat sich in einem Klassenzimmer nachts ein Teil der Unterkonstruktion der Decke gelöst. Hierbei kam glücklicherweise niemand zu Schaden. Anzeichen für das Ablösen der Unterdecke waren im Vorfeld nicht erkennbar. Aus Sicherheitsgründen sowie zum Wohle insbesondere der Kinder und des gesamten Teams der Schule haben wir alle Räume, die mit denselben Unterdecken ausgestattet sind, vorsorglich sofort gesperrt, um unter Einbeziehung von Fachleuten die notwendigen Schritte zur Sicherung der Konstruktion zu planen und möglichst zeitnah umzusetzen. Bis dahin werden die Schülerinnen und Schüler der Klassen 2-4 der Grengrachtschule im Gebäude der Goetheschule untergebracht.
Auch im Bereich der Freiwilligen Feuerwehr investieren wir konstant, um sie zukunftsfähig aufzustellen. Erst kürzlich haben wir das Feuerwehrgerätehaus Loverich modernisiert und erweitert, u.a. mit 250.000 Euro Landesmitteln. Die Sanierung des Gerätehauses in Beggendorf wird gerade geplant. Nach dieser Maßnahme folgen weitere Gerätehäuser. Ebenso wurden neue Fahrzeuge angeschafft: Ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF-10) und ein Mannschaftstransportwagen (MTF). Ein Einsatzleitwagen wird voraussichtlich im dritten Quartal 2026 geliefert und ein weiteres Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug ist gerade ausgeschrieben. Eine neue Drehleiter wird in den nächsten Wochen geliefert.
An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an alle Kameradinnen und Kameraden, dass sie 24/7 für unsere Sicherheit sorgen. Danke auch an die Jugendfeuerwehr und die Alters- und Ehrenabteilung für das große Engagement.
Wenn es um Zukunftsfähigkeit geht, spielt auch Digitalisierung eine große Rolle. Mit dem aktuell gestarteten Glasfasernetzausbau erzielen wir mit 99,6 % einen nahezu vollständig flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes in unserer Stadt.
Klimaschutz ist ebenfalls ein wichtiges Thema, auf das wir, nicht nur bei Baumaßnahmen, großen Wert legen. Vom Bund haben wir kürzlich einen Förderbescheid für das KoMoNa-Projekt „Baesweiler nutzt Wasser“ erhalten. Zudem gehen wir in der kommunalen Wärmeplanung die Herausforderungen einer flächendeckenden klimaneutralen Wärmeversorgung unserer Stadt strategisch an, damit diese langfristig sicher und bezahlbar bleibt. Neben dem Schwimmbad und dem Gymnasium hat auch die BürgerMitteBaesweiler kürzlich wegen der hohen Energieeffizienz das Passivhaus-Zertifikat erhalten und ist somit das dritte zertifizierte Gebäude in unserer Stadt.
Nachdem alle Stadtteile mit E-Ladesäulen ausgestattet wurden, wurden in unmittelbarer Nähe zum CAP Schnellladesäulen errichtet. Dort sind vier Ladesäulen mit je zwei Ladepunkten mit einer Leistung von mindestens 200 kW pro Ladepunkt installiert worden. Zwischen Setterich und Puffendorf entsteht eine 15,9 ha große Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einem Windrad. Der Bau startet in diesem Jahr.
Und wir machen weiterhin eine sehr aktive und erfolgreiche Wirtschaftsförderung. Dafür war es wichtig, den Ausbau des Gewerbegebietes um 8,5 ha auf der Werner-Heisenberg-Straße zu realisieren. Mit unserem Internationalen Technologie- und Service-Center arbeiten wir stetig daran, weitere Unternehmen bei uns anzusiedeln und Möglichkeiten zu schaffen, wie ansässige Firmen expandieren können. Im ITS werden derzeit Laborräume für Bio4MatPro ausgebaut, dem Kompetenzzentrum zur Biologischen Transformation von Materialwissenschaft und Produktionstechnik der RWTH Aachen. Ebenfalls laufen die Planungen für den Future Mobility Park, das interkommunale Gewerbegebiet in Kooperation mit dem Kreis Düren, der StädteRegion Aachen, Aldenhoven, Alsdorf, Linnich und uns, auf Hochtouren. Somit bleibt Baesweiler auch weiterhin ein Entwicklungs- und Jobmotor der Region. Gemeinsam mit Kooperationspartnern gehen wir darüber hinaus das Projekt „klimaneutrales Gewerbegebiet“ an.
Nicht „nur“ die Nachfrage nach Gewerbeflächen ist ungebrochen. Auch Wohnraum ist in unserer Stadt weiterhin sehr gefragt. Das Baugebiet an der Parkstraße wird gerade erschlossen und an der Ecke Haupt-/Bahnstraße in Setterich entstehen 69 neue Wohn- und drei Gewerbeeinheiten. Zusätzlich gibt es in Setterich ein weiteres Baugebiet „Im Weingarten“. Diese Baumaßnahmen werten den Stadtteil ebenfalls noch einmal deutlich auf. Weitere Möglichkeiten des Wohnungsbaus gibt es am Ortseingang von Floverich. Erste Häuser werden zudem gerade in der Laurentiusstraße in Puffendorf gebaut. Ebenso wird im Europaviertel weiter gebaut. Bei allen Baugebieten ist uns geförderter Wohnungsbau sehr wichtig.
Die Ansiedlung des Drogeriemarktes Rossmann, den sich viele Bürgerinnen und Bürger über lange Zeit sehr gewünscht haben, ist ein weiterer Gewinn nicht nur für den Stadtteil Setterich. Wir haben uns lange stark dafür eingesetzt, dass diese Filiale eröffnet wird. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen.
Eine weitere große Maßnahme ist die Umsetzung der Regiotram, die Baesweiler auf direktem Weg mit Aachen auf der Schiene verbinden wird. Wir legen gerade den Grundstein für die Gründung der entsprechenden Gesellschaft. Auch bei der Euregiobahn bleiben wir weiter dran. Die Trasse wurde auf unseren Wunsch hin beim Regionalplan berücksichtigt.
Einen großen Beitrag zur Attraktivierung unserer Stadt leisten auch unsere beiden Zentren mit engagierten Einzelhändlerinnen und Einzelhändlern, die sich, unter anderem gemeinsam mit unserem Citymanagement, immer wieder neue Dinge einfallen lassen, um Kundinnen und Kunden nach Baesweiler zu „locken“.
Ich hoffe, dass ich viele von Ihnen auch in diesem Jahr bei den zahlreichen Veranstaltungen begrüßen darf und dort mit Ihnen ins Gespräch kommen kann. Sie können mit Ihren Anliegen natürlich auch gerne in meiner wöchentlichen Sprechstunde in der BMB vorbeikommen oder mich bei den „Sprechstunden vor Ort“ besuchen. Zudem mache ich auch weiterhin „Haustürbesuche“ mit der Ortsvorsteherin und den Ortsvorstehern.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
sehr geehrte Damen und Herren,
auch das neue Jahr wird Herausforderungen mit sich bringen. Viele Dinge, die auf der Welt und auch in unserem Land passieren, können wir nicht direkt beeinflussen. Was wir aber sehr wohl in der Hand haben, ist, dass der Zusammenhalt in unserer Stadt stark bleibt. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten.
Wir müssen im Alltag nicht immer einer Meinung sein. Wir führen unterschiedliche Leben mit verschiedenen Hobbys, Lebens- und Wertevorstellungen, vor allem haben wir auch unterschiedliche Charaktereigenschaften.
Doch lassen Sie uns unsere Unterschiede als Bereicherung sehen, nicht als Nachteil. Was uns ausmacht, ist die Liebe zu unserer Stadt – unabhängig von unserer Herkunft und Kultur, Weltanschauung oder unseren Erfahrungen. Lassen Sie uns das Gefühl des Zusammenhalts, den wir im Jubiläumsjahr gespürt haben, auch in das Jahr 2026 mitnehmen. Legen wir den Fokus auch in diesem Jahr weiterhin auf unsere Gemeinsamkeiten und die Ziele für unsere Stadt sowie die Menschen, die hier leben.
Bleiben Sie Teil unserer Gemeinschaft!
Ihr
Pierre Froesch