Viele Ideen bei der Sozialplanungskonferenz

Anfang Juli hat die Stadt Baesweiler Fachleuten und Experten, Mitgliedern von Institutionen, Vereinen sowie Politikern, das Integrierte soziale Handlungskonzept (IsHKo) und die Maßnahmenplanung für die defizitären Baesweiler Sozialräume Setterich-Nord und Baesweiler-West vorgestellt, die auf Basis des Sozialberichts 2017 von der Stadtverwaltung entwickelt wurden. Gefördert wurde die Sozialplanungskonferenz durch das Programm „Zusammen im Quartier – Kinder stärken – Zukunft sichern“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Sozialplanerin Eva Hennig erläuterte den Teilnehmenden in einem Vortrag, in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen in Setterich-Nord bereits erfolgreich durchgeführt und fortgeführt werden und welche neuen Maßnahmen in beiden Sozialräumen künftig anstehen.

„In Setterich-Nord besteht trotz der bisherigen Maßnahmen im Rahmen des Projektes ‘Soziale Stadt Setterich-Nord‘ weiterer aktuer Handlungsbedarf über die bisherigen Maßnahmen hinaus“, erklärte die Sozialplanerin. Sprachdefiziten, einer geringen Jugendpartizipation, zu wenig Bewegung, Problemen im Bereich der Bildung, einer hohen Arbeitslosigkeit und einer Unzufriedenheit mit der Wohnsituation müsse entgegengewirkt werden, betonte sie. Dadurch, dass in diesem Sozialraum besonders viele junge Menschen leben, zielen potenzielle Maßnahmen unter anderem darauf ab, Kinder und Jugendliche präventiv zu fördern. Dies ist mit diversen Projekten, unter anderem in Begleitung des Haus Setterich, bereits geschehen. Das Angebot soll künftig jedoch weiter ausgebaut werden.

Baesweiler-West weist den höchsten Altenquotienten im städtischen Vergleich auf, dort leben im Durchschnitt also eher ältere Menschen. Wohnen, eine teilweise schwächere Bildung und mangelnde Integration stellen hier die größten Probleme dar.

„Das Handlungskonzept bezieht sich zwar ausschließlich auf diese beiden defizitären Sozialräume. Das bedeutet jedoch natürlich nicht, dass städtischerseits nur noch Maßnahmen für diese beiden Sozialräume ins Auge gefasst werden“, stellte Bürgermeister Dr. Willi Linkens klar. Es sei vielmehr als Schwerpunktsetzung im sozialen Bereich zu verstehen, um die besonderen Bedarfe aufzugreifen und Verbesserungen zu bewirken, betonte er.

In Arbeitsgruppen diskutierten die Experten über geplante Maßnahmen und ihre Umsetzung. Unter anderem sind ein „Ort der Kultur und Begegnung“ sowie ein „Bewegungs- und Aktionsplatz“ geplant, auf dem sich Kinder, Familien und Einzelpersonen in einem Fahrradparcours und an Fitness-Punkten für Kraftübungen mit dem eigenen Körpergewicht sportlich betätigen können. Auch ein Patenprojekt, bei dem Jugendliche oder junge Erwachsene anderen Jugendlichen die Partizipationsmöglichkeiten in der Stadt Baesweiler aufzeigen, ist vorgesehen. Gemeinsam überlegten die Experten, wer als Kooperationspartner in Frage kommt, welche Aktionen man planen und wie man Werbung für die Maßnahmen machen kann, um die Zielgruppe zu erreichen. Viele Anregungen kamen zusammen, die die Stadt Baesweiler nun in ihren weiteren Planungen berücksichtigt.
Im kommenden Jahr sollen gefördert durch das Programm „Zusammen im Quartier – Kinder stärken – Zukunft sichern“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW Interviews mit Familien in den beiden Sozialräumen stattfinden, um herauszufinden, wo sie Handlungsbedarf sehen, welche Art von Maßnahmen sie nutzen würden und was sie sich für ihre Zukunft in der Stadt Baesweiler wünschen. „Darüber hinaus gibt es in diesem Jahr je eine Bürgerkonferenz in Setterich-Nord und Baesweiler-West, zu denen die Baesweiler Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen sind und mitdiskutieren können“, erläuterte Sozialdezernent Frank Brunner, der gemeinsam mit der Sozialplanerin die Ergebnisse im Plenum vorstellte. Auch im Jugendparlament am Donnerstag, 11. Juli, 16.30 Uhr, in der Baesweiler Burg steht das Thema auf der Agenda.

Jugendparlament: Ein großer Wunsch an die Stadtverwaltung

Es war der dringlichste Wunsch, der in diesem Jahr beim Jugendparlament, das im Rahmen der Woche der Jugend der Stadt Baesweiler veranstaltet wurde, an die Vertreter der Stadtverwaltung herangetragen wurde: eine Mountainbike-Strecke für Jugendliche soll eingerichtet werden – am liebsten am CarlAlexanderPark, wie einer der Teilnehmer betonte.

„Das ist leider nicht möglich, da dort Naturschutzgebiet ist“, erklärte ihm daraufhin Bürgermeister Dr. Willi Linkens. Und er versprach: „Wir setzen uns gemeinsam hin, und wir finden dafür eine Lösung.“ So könne man beispielsweise darüber nachdenken, die bestehende Dirt-Bike-Strecke am Wasserspielplatz auszubauen, schlug er vor.

Warum sich der Ausbau des Schwimmbads verzögere und wann es endlich wieder geöffnet sei, wollte ein anderer Teilnehmer wissen. „Wir hatten Schwierigkeiten Handwerker zu finden“, erklärte der Bügermeister. Und auch enorm überhöhte Preisvorstellungen seien der Grund gewesen, dass die Stadtverwaltung sich dafür entschied, den Bau lieber in einem längeren Zeitfenster zu realisieren als mehrere Millionen Euro mehr als geplant auszugeben.

Wie es mit den Sozialräumen Baesweiler-West und Setterich-Nord weitergeht, erklärte Sozialplanerin Eva Hennig den Jugendlichen. Sie stellte ihnen das Integrierte soziale Handlungskonzept vor und regte die Jugendlichen gemeinsam mit dem Beigeordneten Frank Brunner an, darüber nachzudenken, mit welchen Maßnahmen man noch mehr Jugendliche in Baesweiler animieren könnte, an Aktionen der Stadt teilzunehmen.

Auch die neue Jugendbeauftragte Sabrina Mickisch stellte sich beim Jugendparlament vor. Sie organisiert künftig Veranstaltungen wie die Woche der Jugend, kümmert sich um das Jugendcafé Baesweiler und hat jederzeit ein offenes Ohr für die Kinder und Jugendlichen in Baesweiler. Erreichbar ist sie unter 02401/800-515 oder im Rathaus Setterich, Zimmer 15, montags, dienstags und freitags von 10 bis 12 Uhr und dienstags von 14 bis 17.30 Uhr.

Weitere Informationen zu den Aktionen für Jugendliche im Stadtgebiet Baesweiler gibt es auf www.baesweilerjugend.de.

Sozialbericht zur Lebenslage von Bürgern und Familien in Baesweiler

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

am 28. Februar konnte ich in einer Bürgerkonferenz den Sozialbericht der Stadt Baesweiler präsentieren. Er markiert den Grundstein einer städtischen integrierten Sozialplanung, die sich den Erhalt sozialer Teilhabechancen und die Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung zum Ziel gesetzt hat. Der Sozialbericht schafft eine Grundlage für eine faktenbasierte und kleinräumige Diskussion sozialer Lagen in der Stadt. Er ist das Ergebnis einer fast einjährigen Sammlung, Analyse und Interpretation von Daten zur Erfassung der Lebenssituation von Baesweiler Bürgerinnen und Bürgern.

Dabei war in der Sammlung, Auswertung und Beurteilung von Daten die erfolgreiche Einbeziehung und Beteiligung der planenden Fachämter sowie von öffentlichen Trägern, Vertretern der Wirtschaft und Bürgern ein besonderes Anliegen, das erfüllt werden konnte.

Die Daten im Sozialbericht beschäftigen sich dabei mit der Situation der Familien, Senioren und Jugendlichen in Bereichen, die vom demographischen Wandel, über die Jugendpartizipation und Integration bis zu Themen rund um Arbeit und Arbeitslosigkeit reichen.

Dabei können Zahlen und Statistiken natürlich nicht alle Facetten des Lebens vollständig abbilden. Auch sind statistische Daten nicht immer unproblematisch und unterliegen manchmal Interessenskonflikten. Im Sozialbericht trifft dies auf Daten zur Bevölkerungsprognose und damit zur städtischen demographischen Entwicklung zu, deren Aussagen eher als Tendenzen zu interpretieren sind.

Die Voraussetzung für eine erfolgreiche und nachhaltige Sozialplanung ist eine weiterhin rege Beteiligung und ein konstruktiver Austausch der vielen verschiedenen Menschen in unserer Stadt. Lassen Sie uns den Sozialbericht 2017 daher als Grundlage für die Diskussion über eine kooperative, faire und inklusive Stadtentwicklung sehen. Ich lade Sie dazu ein, an dieser Diskussion teilzuhaben und mitzubestimmen, um auch zukünftig ein Baesweiler zu erhalten, das durch Zusammenhalt und Solidarität geprägt ist.

Der Sozialbericht liegt in den beiden Rathäusern aus. Sie können ihn außerdem hier herunterladen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich freue mich auch nach der Bürgerkonferenz auf Diskussionen und Anregungen zum Sozialbericht und zur städtischen Sozialplanung.

Ihr
Dr. Willi Linkens
Bürgermeister